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Am 14. August 1370 verleiht Kaiser Karel IV. Karlsbad nach dem Vorbild der nahen Stadt Loket (Elbogen) das sog. Elbogener Stadtrecht – ein Privilegium mit den Vorrechten einer Königsstadt. Karel IV. hielt sich auch in den Jahren 1370, 1374 und 1376 in Karlsbad auf.
Am 6. Juli 1401 bestätigt Václav (Wenzel) IV. Karlsbad all dessen Stadtrechte und erteilt ihm zu seinen zahlreichen Privilegien auch noch das seltene Asylrecht und das Statut einer offenen Stadt ohne Stadtmauern. Das Privilegium über die Ruhe in der Stadt und das Verbot, auf dem Gebiet der Stadt Waffen zu tragen, betonte die Stellung der Stadt als Kurort.
Nach starken Frühlingsregenfällen brechen am 9. Mai 1582 die Dämme hiesiger Teiche, die Tepl schwillt gewaltig an und verursacht ein katastrophales Hochwasser. Die Flutwelle richtet in der Stadt verheerende Schäden an. Von 102 Häusern verwüstet sie 36 völlig und 18 teilweise, gleichzeitig werden alle Brücken fortgerissen Der Buchauer Dramatiker und Dichter Clemens Steffani verfasste von diesem Hochwasser ein ausführliches gereimtes Dokument.
Im Dreißigjährigen Krieg wird der Badeort von den Schweden geplündert. Plünderungen und das Niederbrennen ganzer Orte waren damals in der ganzen Gegend gang und gäbe. Zu weiteren Plünderungen von Karlsbad durch schwedische Truppen kam es dann noch in den Jahren 1645 und 1646.
Am 13. Dezember 1707 bekräftigt Joseph I. sämtliche Privilegien Karlsbads und ernennt die Stadt ausdrücklich zur königlichen Freistadt.
In den Jahren 1711 und 1712 weilt der russische Zar Peter I. in Karlsbad. In Karlsbad machte er sich namentlich durch sein Geschick einen Namen. So half er den Maurern beim Bau des Hauses ‚Zum Pfau‘ (U páva), das gegenüber dem Haus Peter stand und in der Schmiede in Březová (Pirkenhammer) schmiedete er eigenhändig ein Hufeisen und eine Eisenstange. An beide Ereignisse erinnert eine Gedenktafel.
In Karlsbad findet die letzte Hinrichtung statt. Die Karlsbader städtische Richtstätte samt Galgen befand sich auf dem Felssporn auf dem Galgenberg (Šibeniční vrch), etwa dort, wo heute der Pavillon Bellevue steht.
Am 23. Mai 1759 wird die Stadt von einem großen Brand heimgesucht, der im Haus Zu den Drei Mohren (U tří mouřenínů) am Markt ausbricht. Der Stadtbrand legt 224 Häuser, einschließlich des Schlossturms und des ehemaligen Karlsbader Rathauses in Schutt und Asche.
Laut Hofdekret vom 29. März 1769 beginnt man in Karlsbad Sprudelsalz herstellen – nach einem Verfahren, dass von David Becher, dem ‚Hippokrates von Karlsbad‘ entwickelt wurde. Das Salz gewinnt man durch Verdampfen von Sprudelwasser in großen Kupferbecken.
Am 5. Juli 1785 besucht der deutsche Dichter Johann Wolfgang Goethe das erste Mal Karlsbad. Der berühmte Poet, der die hiesige Gegend ins Herz geschlossen hatte, besuchte den Kurort insgesamt dreizehn Mal, zuletzt im Jahre 1823. Zur Erinnerung an Goethes Aufenthalte errichtet man ihm im Jahre 1883 in Karlsbad eine Büste.
Der Apotheker Josef Vitus Becher nimmt die Herstellung des berühmten Karlsbader Magenlikörs Becher-Bitter, des heutigen Becherovka auf. Das ursprüngliche Rezept für den Likör hatte ihm im Jahre 1805 Christian Frobrig, der persönliche Arzt des englischen Arztes Maxmillian Friedrich von Plettenberg geschenkt.
Am 19. September 1870 wird der Betrieb auf der Eisenbahnstrecke Karlsbad – Eger (Cheb) aufgenommen. Hiermit erhält Karlsbad Anschluss an das europäische Eisenbahnnetz, was sich in einem enormen Anstieg der Besucherzahlen widerspiegelt und einen wirtschaftlichen Boom auslöst. Im darauffolgenden nimmt die Buschtěhrader Eisenbahn (Buštěhradská dráha) auf der Bahnstrecke Karlsbad – Prag ihren Betrieb auf.
Am 24. November 1890 ereilt Karlsbad das verheerendste Hochwasser in der Geschichte der Stadt, das gewaltige Schäden anrichtet. An die 400 Läden und über 200 Häuser werden schwer beschädigt, viele von ihnen müssen anschließend abgerissen werden. Bei den Rettungsarbeiten im Laufe der Überschwemmung kommt auch der äußerst beliebte Karlsbader Bürgermeister Eduard Knoll ums Leben.
Karlovy Vary ist ein Unikat mit der Anzahl an heißen Quellen weltweit.
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